Resumée: Hypertext und menschliches Verstehen
Naive Überhöhung des Mediums "Hypertext" ist sicher unbegründet. Zu allen Argumenten für das neue Medium lassen sich Gegenargumente finden. Empirische Studien ergeben ein uneinheitliches Bild: zum Teil zugunsten von "Hypertext", zum Teil zugunsten linearer Wissensdarbietung.
Am erfolgreichsten werden Hypertexte derzeit als integrierte Online-Hilfen zu Softwareprodukten eingesetzt (z.B. bei MS Windows). Diese Sorte von Hypertext dient jedoch nicht der Erstvermittlung von Wissen, sondern als Ergänzung zu einem Wissen, das primär in entsprechenden Benutzerhandbüchern vermittelt wird.
Bis vor kurzer Zeit gab es weder "erfahrene" Hypertextautoren noch "erfahrene" Hypertextleser. Durch die schlagartige Ausbreitung des World Wide Web kommen inzwischen allerdings immer mehr Menschen alltäglich mit Hypertext in Berührung. Das sorgt zum einen für Abbau von Berührungsängsten und für wachsende Souveränität im Navigieren; zum anderen sorgt es für mehr Feedback bei Hypertext-Autoren, die dadurch wiederum ihre Informationsräume benutzerfreundlicher und bedürfnisgerechter gestalten lernen (siehe auch Browsing und Authoring).