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Fish-Eye-Perspektiven

Eine "Fish-Eye-View" ist das Angebot, per Verweis zu näherer Information über ein angeschnittenes Thema zu gelangen. Die Möglichkeit, sich in ein beliebiges Thema unverzüglich und beliebig weit vertiefen zu können, gehört zu den Hypertext-Visionen. Kein langes Blättern, kein Griff in ein anderes Regal, kein Gerenne in eine andere Bibliothek mehr, sondern nur ein Mausklick oder ein Tastendruck. Verfügbarkeit der Information im Moment der Konzentration und des spontanen Interesses. Das soll den "informationellen Mehrwert" (Kuhlen) von Hypertext gegenüber herkömmlicher Informationsbeschaffung begründen (siehe auch: Vom Hunderdsten ins Tausendste).

Voraussetzung sind Hypertext-Netze von gigantischen Ausmaßen. Als der große Vordenker solcher Netze gilt Ted Nelson. Mit seinem Projekt Xanadu hat er solch ein Netz schaffen wollen. Der Durchbruch wurde dem Projekt jedoch verwehrt. Stattdessen haben wir heute mit dem World Wide Web ein Netz, dessen Wachstum selbst die kühnsten Träume der Hypertext-Visionäre in den Schatten stellt. Doch gerade das unkontrollierte Wuchern dieses Netzes macht es schwer, Fish-Eye-Views zu realisieren. Da hier auch die Qualität der Information so unterschiedlich ist, ist ein organisiertes System von Fish-Eye-Views allenfalls in Teilen des WWW realisierbar, etwa zwischen bestimmten wissenschaftlich orientierten Informationsbereitstellern.

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