Resumée zu den grundsätzlichen Positionen zu Hypertext
Hypertext müssen wir heute angesichts der stürmischen Entwicklung im Lichte des World Wide Web betrachten.
Im WWW gibt es unzählige kleine, in sich abgeschlossene Projekte, die bewußt die Mittel von HTML nutzen, um eine Hypertext-Struktur zu realisieren. Solche Projekte bestehen jedoch meistens aus statischen HTML-Seiten und sind zu klein, um darin umfangreiche Daten-Recherchen durchzuführen. Solche Projekte sind am ehesten durch die Position Hypertext als Weiterentwicklung stark strukturierter Texte zu beschreiben, die R. Kuhlen einnimmt. Das Hypertext-Projekt, in dem Sie gerade lesen, gehört zu dieser Sorte.
Bei Projekten mit riesigen Textbeständen kommt eine Realisierung mit lauter einzelnen, statisch abgespeicherten und aufrufbaren Texteinheiten nicht mehr in Frage. Bei solchen Datenbeständen erwartet der Anwender zu Recht eine "Search Engine", die den Datenbestand nach Suchkriterien durchforstet und die Suchergebnisse dynamisch "on demand" aufbereitet. Ein Beispiel im WWW, bei dem Sie die Grenze zwischen thematischer Suche und datenbankgesteuerter Stichwortsuche sehr gut vergleichen können, ist die
Kochrezepte-Sammlung mit mehr als 16.000 Hypertext-Einheiten.
Hypertexte, die für sich selbst in Anspruch nehmen, ein künstlerischer Ausdruckswille zu sein, können eher mit Mitteln der Kunstkritik oder der Literaturwissenschaft gemessen werden als mit informationswissenschaftlichen oder informatischen Methoden. Und ansonsten gilt: niemand außer jedem darf einem Künstler die Behauptung abstreiten, sein Werk sei eine kreative Revolution.