Hypertext als Weiterentwicklung stark strukturierter Texte
R. Kuhlen vertritt diese Position am deutlichsten. Über die Linearität von Text schreibt er: "Linearität beruht aus texttheoretischer Sicht auch auf der richtigen Verwendung mikrotextueller, Kohäsion erzeugender Mittel" (S. 30). Dazu gehören z.B. deiktische Ausdrücke, ausdrückliche Leseanweisungen oder Ausdrücke wie "dies wurde schon im ersten Kapitel problematisiert". Die Zusammenhänglichkeit linearer Texte ergibt sich also immer auch aus Linearität sprengenden Mitteln. Diese Linearität sprengenden Mittel werden in Hypertexten "zum Prinzip erhoben". Aus Texten mit textimmanenten, Kohäsion erzeugenden Mitteln werden "informationelle Einheiten" (Kuhlen) mit EDV-technisch ausführbaren Verknüpfungsankern. Die hypertextspezifischen Verknüpfungen leisten dabei nichts grundsätzlich Neues. Es sind keine willkürlichen, sondern semantisch begründbare, argumentative Verknüpfungen. Neu ist deren EDV-unterstützte Ausführbarkeit.
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