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Hypertext und Text

Text wurde seit jeher und wird noch immer "der Reihe nach" notiert und rezipiert. Diese Linearität ist jedoch nicht in der Natur des Mediums "Text" als solchem, sondern in den Möglichkeiten der bisher üblichen Text-Präsentationsmedien begründet. Angefangen von der Papyrus-Rolle bis hin zum modernen Buch - Text wurde und wird wie selbstverständlich als Buchstabenwurm an einem langen Spieß aufgereiht. Frederic Vester beschreibt dies am Ende seines Buchs "Neuland des Denkens" (Stuttgart 1980) - auf Seite 489 - folgendermaßen:
"Das Medium »Buch« mit der linearen Anordnung eines in diesem Falle ca. 1,9 Kilometer langen Buchstabenwurms ist, wie letztlich die Sprache überhaupt, nur bedingt geeignet für das Thema, das ich mir hier vorgenommen habe. Der Versuch, ein Gesamtbild der vernetzten Wirklichkeit zu geben, die eigentlich nur simultan erfaßt werden kann, muß daher zwangsläufig unvollkommen bleiben."
Hypertext ist ein nicht-lineares Medium zur Präsentation von Text. An die Stelle des Buchstabenwurms treten vernetzte Einheiten. Ob so auch Flüchtigkeit an die Stelle von Substanz tritt, ist eines der zu diskutierenden Probleme von Hypertexten. Durch die Unterstützung der EDV jedenfalls überwindet Hypertext die Abhängigkeit vom linearen Medium "Papier". Die EDV und Hypertext haben bei Weiterdenkern die Hoffnung ausgelöst, man könne die Textprokuktion und -rezeption dem menschlichen Denken und Verstehen besser anpassen als bisher (siehe auch Hypertext und menschliches Verstehen).

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