Vannevar Bush und sein "Memex"
"Bush's 'Memex' ist ein (auf dem Papier entworfenes, nicht experimentell realisiertes) Informationssystem, das auf dem methodischen und technischen Stand dokumentarischen Wissens (Indexieren, kontrollierte Vokabularien, Relationierung und Mikroverfilmung) von 1945 aufsetzte, dieses allerdings mit der Radikalisierung der Idee der Verknüpfung ('association') kritisierte und erweiterte und damit einen richtungsweisenden Entwurf vorlegte, der bis heute die Ideen von Systemgestaltern befruchtet. Memex war als eine Maschine konzipiert, welche das menschliche Gedächtnis und sein Assoziationsvermögen erweitern und unterstützten sollte...Bush stellte sich eine Kamera vor, die an der Stirn befestigt sein sollte, und durch die alles, was im Verlaufe eines Tages das Interesse des Besitzers weckte, sofort aufgenommen und im Memex verfügbar gemacht werden sollte" (Kuhlen, S.67).
Vannevar Bush's Memex (1945) gehört in den Bereich des technisch-wissenschaftlichen Utopismus. Doch die Memex-Utopie gehört zu jenen Utopien, deren Grundgedanke zu überzeugend ist, um sie einfach ins Reich der Fabeln zu verbannen:
"The human mind...operates by association. With one item in its grasp, it snaps instantly to the next that is suggested by the association of thoughts, in accordance with some intricate web of trails carried by the cells of the brain" (Bush).
Für diesen Grundzug menschlichen Denkens und Verstehens stellte sich Bush eine adäquate maschinelle Unterstützung vor. Diese Vorstellung befruchtet bis heute die Begeisterung für Hypertext. Mit den Möglichkeiten der EDV ist nämlich das, was für Bush Utopie bleiben mußte, zu einer methodisch schwierigen, aber technisch längst realisierbaren Aufgabe geworden.
Weitere Informationen im WWW:
As we may think (das Manifest zum Lesen und Downloaden).